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Die Kollegiatskirche
von Castell’Arquato
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Laut des berühmten Schriftstellers P.
M. Campi geht der mutmaßliche Ursprung der Kollegiatskirche
Santa Maria Assunta auf das Jahr 758 zurück. Nach dem schweren
Erdbeben von 1117, das sie komplett zerstörte, wurde sie neu
erbaut und 1122 wieder geweiht.
Die Collegiata weist eine dreischiffige
Struktur mit einem hölzernen Dachstuhl und zwei Eingängen
auf: einem Portal in der Mitte der nach Süden ausgerichteten
Hauptfassade und einem weiteren Zugang ungefähr in der Mitte
der nördlichen Fassade. Das Kirchengebäude ist X m lang
und 15 m breit.
Die sieben Säulen auf jeder Seite sind aus Sandstein
und haben eine Weite von 1 m. Über dem linken Seitenschiff gleich
nach dem ersten Joch erhebt sich der vom 13. Jh. datierte Glockenturm,
der im Anfangsprojekt nicht vorgesehen war und erst später hinzugefügt
wurde.
Im Jahr 1293 wurde vor der nördlichen Seite der Collegiata
der Palazzo Pretorio (Stadtpalast) erbaut, mit der Folge, dass der
Schwerpunkt der Stadt von der Piazza bzw. Piazzetta vor der Südfassade
der Kollegiatskirche zur Nordseite hin verlagert wurde..
In seinen Schriften behauptet E. Fava, dass
die größten Änderungen an der Collegiata im Laufe
des 18. Jh. vorgenommen wurden: Der Innenraum der Kirche, d.h.
die Mauer ebenso wie die Säulen und die Kapitellen wurden
zur damaligen Zeit vollständig verputzt; Außerdem wurden
die ursprünglichen Bogenfenster durch gewöhnliche, rechteckige
Fenster ersetzt und der offene Dachstuhl wurde mit einem von Stuckaturen
gerahmten Gewölbe bedeckt.
Auf Anordnung von Erzpriester C.
Rugarli wurde 1730 die linke Außenmauer abgerissen und an
ihrer Stelle wurden drei Kapellen angebaut. Um die erste Hälfte
des 20. Jh. wurden in der Kollegiatskirche dank der Bemühungen
des Erzpriesters E. Cagnoni erhebliche Restaurierungarbeiten durchgeführt.
1899 wurden in der Kapelle Santa Caterina Fresken des 15. Jahrhunderts
entdeckt. Von 1911 bis 1913 wurden die kleine Loggia San Giovanni
und eine vierte Apsidiole mit einem Taufbecken aus dem 8. Jh. wieder
aufgebaut und zwischen 1917 und 1919 wurden die Außenseiten
der Nebenapsidiole wieder instand gesetzt.
In denselben Jahren
wurde auch die Hauptfassade verändert, indem ein Fenster auf
der linken Seite zugemauert und die Fensterrose durch ein Biforienfenster
ersetzt wurde. 1923 wurden einige Stützbogen erneuert, 1927
wurden die Chorfenster restauriert und 1935 wurde dann der ursprüngliche
Dachstuhl, der im 18. Jh. durch das Gewölbe verdeckt worden
war, wieder instand gesetzt.
Die Kapelle Santa Caterina, die der
Heiligen Katharina gewidmet ist, wurde am Anfang des 15. Jahrhunderts
gebaut. Der Autor ihrer Gemälde, der leider unbekannt ist,
soll mit großer Wahrscheinlichkeit der toskanischen Schule
angehört haben. Die Fresken stellen verschiedene religiöse
Szenen dar: An den Seitenwänden der Kapelle kann man die komplette
Darstellung der Passion Jesu und in der Mitte der Hauptwand das
Begräbnis und die Himmelfahrt der Heiligen Jungfrau Maria
sehen.
Leider wurde die Kapelle, ebenso wie der Rest der Kirche,
Anfang des 18. Jh. vom Putz verschandelt. 1899 wurden jedoch die
ganzen Fresken von einem Professor der Mailänder Kunstakademie
Brera entdeckt und nach einer mühevollen und jahrelangen Arbeit
schön restauriert. Die Kapelle San Giuseppe, die dem Heiligen
Joseph, dem Stadtpatron, gewidmet ist, wurde hingegen 1630 gebaut.
Sie entstand nach der Pest des 17. Jh. – so trefflich beschrieben
in den Werken des illustren italienischen Schriftstellers Alessandro
Manzoni! - an der Stelle, wo sich einst eine frühere Kapelle
befand. Die Kapelle ist im Barockstil und mit Stuckaturen dekoriert.
Im Gewölbe sind verschiedene Szenen aus dem Leben des Heiligen
Joseph gemalt, während an den Seitenwänden die Gemälde
des Piacentiner Künstlers Giacomo Guidotti zu bewundern sind,
die die Hochzeit von Maria und Joseph und die Geburt des Christkindes
darstellen.
Das Altarbild aus dem Jahr 1720 zeigt die Heilige Familie
und wurde von einem römischen Maler gemalt, dessen Name leider
unbekannt ist. Sowohl der Hauptaltar als auch die Balustrade sind
aus edlem Marmor. Der Kreuzgang wurde Ende 13. bzw.
Anfang 14.
Jh. errichtet und ist ein faszinierender und sehenswerter Ort,
in dem man immer noch die mystische Atmosphäre der Vergangenheit
der alten Kollegiatskirche einatmen kann. Bis zum 15. Jahrhundert
war die Collegiata der Sitz der ehemaligen Kanoniker, die dort
jahrelang ihr Leben gemeinsam verbracht haben.
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